Reisebericht San Francisco – Highway No. 1 // Westküste USA Teil V

Mein Lieben,

heute gibt es den letzten Teil meines „kleinen“ Reiseberichtes über unsere Westküsten-Rundreise. Es geht in eine Stadt, die nicht alles hält was sie verspricht und auf den wohl schönsten Highway der Welt…

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San Francisco

Von San Francisco hatte ich bis zu unserer Reise nur Gutes gehört. Und so erwarte ich dann auch ein absolutes Highlight auf unserer Rundreise. Die Erwartung wird schnell jedoch enttäuscht, als der Mitarbeiter an der Rezeption uns am Abend unserer Ankunft eine Map in die Hand drückt mit einem durchgestrichenen Bezirk „Zu viele Obdachlose“. Unerschütterlich wie wir sind, beschließen wir dennoch am Abend noch eine kleine Tour durch die nähere Umgebung zu machen. Hätten wir das mal gelassen… Na gut so schlimm war es nicht. Aber es erwartet uns vor Ort doch ein kleiner Kultur-Schock. Kommt die Stadt in einer meiner Lieblings-Serien (Full House) sehr sauber und „traditionell“ rüber mit charmanten Häusern und einer entspannten Athmosphäre erwartet uns vor Ort jede Menge Dreck, Gestank und vor allem besagte Obdachlose. Oder Verrückte. Und verrückte Obdachlose. Es ist erschreckend und vor allem auch ein wenig beängstigend. Da hilft es auch nicht, dass überall Sicherheitskräfte rumlaufen, welche einen warnen, die Kamera offen mit sich herum zu tragen. Ich bin erst mal durch mit der Stadt und froh wieder im sicheren Hotel zu sein.

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Die Freude ist allerdings nur von kurzer Dauer, geht doch am nächsten Morgen bereits um 7 Uhr der Feuer-Alarm an, worauf alle verschlafen, noch in Pyjama, sich in der Eingangshalle einfinden. Es war nur ein Fehlalarm, wach sind wir jetzt trotzdem. Draußen ist es wolkig und nieselt ein wenig, wir entschließen uns dennoch die Gegend zu erkunden, mal einen Abstecher in den nicht weit entfernten Financial District zu machen und China Town zu besuchen. Ja ich weiß, auf den Bildern ist es nicht mehr grau und nieselig, zu meiner Verteidigung: Die Bilder habe ich gegen Mittag gemacht als es etwas aufklarte.

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China-Town ist nach meinem Empfinden interessant, laut und bunt aber eben auch ein wenig dreckig. Trotzdem sollte man die Straßen voller roter Laternen bei seinem San Francisco-Besuch nicht auslassen. Ich bereue es auch nicht, San Francisco mal gesehen zu haben, war aber doch etwas enttäuscht. Auf den Bildern habe ich bewusst das Schöne dort aufgenommen und bin beim Betrachten ernsthaft am Zweifeln, ob es wirklich so schlecht dort war. Aber gut, wer will auch schon Urlaubsbilder von Obdachlosen und Dreck sehen. San Francisco hat seine schöne Ecken, aber eben auch viel Armut. Darauf muss man gefasst sein.

Das Highlight unseres Aufenthaltes war eine Bootsfahrt unter der Golden Gate Bridge durch. Wir waren etwas außerhalb des Pier 39, da waren die Preise einfach viel besser und es war sogar jemand mit dabei, der Fotos von einem machte. Das Wetter war uns hold, so kam noch mal richtig schön die Sonne raus und wir sahen die Brücke sowie Alcatraz von der schönsten Seite.

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Den Abend ließen wir entspannt im Bubba Gump Shrimp Restaurant ausklingen, wo wir direkten Blick auf das Meer bei Sonnenuntergang hatten. Ich als Forrest Gump Fan konnte diesen Laden einfach nicht auslassen. Gut gefallen (vom Gestank mal abgesehen) hat uns der Pier 39 mit den zahlreichen Seelöwen, welche dort in der Sonne faulenzen. Auch in dem Durchgang mit Restaurants, Karussels usw. war es ganz schön.

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Den letzten ganzen Tag in San Francisco geht es zur bekannten Lombard Street. Natürlich zu Fuß, was auch sonst. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das nur gut für meine Oberschenkelmuskeln sein kann. Man sollte aber nie unterschätzen wie verdammt steil die Straßen in San Francisco sind und dass es umso anstrengender wird, je schwerer die Tasche ist. Die Lombard Street ist wirklich super schön bewachsen aber eben auch schnell angesehen. Wie überall an Touristen-Orten stehen viele Japaner mitten auf der Straße, in der Hand den berüchtigten und allgegenwärtigen Selfie-Stick. Ich wundere mich ja immer über das Grundvertrauen in diese Dinger, wenn auf ihnen mal wieder ein Tausend-Euro-Handy über den Abgrund gehalten wird. Aber gut, das ist eine andere Geschichte. Von der Lombard Street soll es dann weiter gehen zum Golden Gate Park. Der ist schön, man sollte aber seine Größe nicht unterschätzen. Wir laufen gefühlte Ewigkeiten durch den Park und alle schönen und interessanten Punkte (wie der Rosengarten oder das Teehaus) sind mit extra Eintrittsbereichen versehen, für welche man Geld zahlen muss.

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Als wir durch den Park durch sind wollen wir noch zur Golden Gate Bridge. Kann ja nicht so weit sein, meint man. Waren doch die anderen Strecken in San Francisco so kurz. Man sollte dabei allerdings bemerken, dass der Maßstab auf der Touristenkarte für diesen Bereich verändert wurde. Wir laufen also wieder gefühlt ewig durch einen Park (den Presidio-Park) und ich verfluche Gott und die Welt und besonders den Wald durch den wir laufen müssen und den ich befürchte im Dunklen wieder zurück durchlaufen zu müssen. Ich bin sauer und kaputt und obwohl die Brücke direkt vor uns schien, ist sie laut Schildern noch 2 Meilen entfernt. Als wir ankommen begegnen wir vielen Leuten aber ich bin ziemlich sicher, dass fast keiner von denen so weit gelaufen ist. Viele kommen mit Bussen, Autos oder Fahrrädern und ich überlege ernsthaft jemanden mit Auto anzubetteln uns mit zurück in die Stadt zu nehmen. Ja, so verzweifelt kann man sein. Das war mit Abstand der mörderischste Marsch des gesamten Urlaubs. Da wir aber nun schon mal da sind, laufen wir auch zumindest bis zur Hälfte der Brücke. Der erhoffte Sonnenuntergang bleibt leider aufgrund von schlechtem Wetter aus. Es kann sich nämlich extrem schnell zuziehen um die Brücke herum.

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Als wir aus San Francisco los fahren, sind wir auch ein bisschen froh. Wie bereits gesagt, ich bereue nicht dort gewesen zu sein, hatte mir aber mehr erwartet. Leider ist es von San Francisco bis nach Monterey ziemlich neblig und dunkel am Himmel, der Highway No. 1, welcher direkt am Meer entlang führt, ist dennoch wunderschön und lädt immer wieder zum Halten ein. Auf der Strecke machen wir noch mal in einem richtig typischen amerikanischen Diner halt und frühstücken deftig. Das hatte irgendwie auf unserer Liste der „Must-Dos“ noch gefehlt. In Monterey selbst gibt es zwar nicht viel zu tun, weil es sehr klein ist, dafür überzeugt es uns total mit seinem kleinstädtischen Charme. Wir haben zudem Glück, es ist nämlich gerade Farmers Market und so bekommen wir einen kleinen Einblick in ein Kleinstadtfest mit allerlei selbstgemachten Leckereien, Schmuck und Einheimischen und es fühlt sich viel authentischer an, als jeder andere Touristenpunkt. Wir sehen uns die Wharf an, wo faule Seelöwen liegen, ein Fischreiher ganz reglos im Wasser steht, so nah dass man ihn fast berühren könnte. Es ist idyllisch und ich spiele mit dem Gedanken, mich doch für Whale Watching in Monterey zu entscheiden. Dafür bekommen wir sogar Rabatt-Coupons von unserem Hotel, sodass wir für 34 USD p.P. das Glück haben um die 7 Wale sehen zu können. Es ist einfach atemberaubend und unglaublich wenn diese Riesen direkt auf das Boot zuschwimmen… An dieser Stelle sage ich nicht mehr dazu, weil man das einfach nicht in Worte fassen kann. Wenn ihr die Möglichkeit habt, macht so eine Tour selbst mal. Wir waren übrigens mit Chris Tours unterwegs. Unser Boot war klein, aber wir waren sehr zufrieden.

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Zum Abschluss unserer zweiwöchigen Rundreise geht es am nächsten Tag weiter auf dem Highway 1 nach Pismo. Unterwegs halten wir in Carmel, was wirklich ganz hübsch gemacht ist, allerdings auch ein wenig kruschig und verschroben mit Stilrichtungen aus England, Frankreich, etc. Auf jeden Fall ist es aber einen Halt wert. Pismo erreichen wir erst am Abend, wobei wir froh sind, es überhaupt zu erreichen, weil wir zwischendurch bangen müssen, dass der Tank nicht bis zur nächsten Tankstelle reicht. Wir sitzen im Hotel noch mal auf der Terrasse mit direktem Blick auf das Meer und essen unseren letzten Burger. Bevor es wieder über Malibu nach Los Angeles und dann nach Hause geht.

IMAG2445-01Eigentlich würde mein Reisebericht damit jetzt enden, weil die Worte so nach Ende klingen. Aber eines möchte ich noch gerne erzählen, dann wars das aber wirklich. Im Flugzeug, wir sitzen schon ca. 1 Std. auf unseren Sitzen, ich habe schon meine Sitznachbarin vollgequatscht –  weiß woher sie kommt, was sie arbeitet und welchen Fußballverein ihr Mann gerne mag – geht plötzlich ein undefinierbares „Ding, ding, ding“ los. Alle Stewardessen stürzen an uns vorbei nach hinten. Und ich bin sicher mein letztes Stündlein hat geschlagen. Hatte es nicht, sonst wäre es wohl nix mehr geworden mit dem Reisebericht. Es hatte nur jemand in der Toilette eine E-Zigarettet angezündet. Ist ja keine richtige Zigarette.

In diesem Sinne, bis bald zu neuen Abenteuern.

14 Gedanken zu “Reisebericht San Francisco – Highway No. 1 // Westküste USA Teil V

  1. ohh jee, ich hatte mir San Francisco in der Tat sehr viel idealistischer vorgestellt … aber manchmal ist die Realität, als die vielen schönen Bilder und Erzählungen, die hier drüben ankommen, uns vormachen wollen 😉
    finde es toll, dass ihr trotzdem eine tolle Reisezeit daraus gemacht habt!

    und freue mich jetzt ja schon auf neue Berichte. die finde ich nämlic immer sehr unterhaltsam und witzig, als würdest du sie mir bei einem Kaffee erzählen und Fotos auf deinem Smartphone zeigen 😀

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

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    1. Haha ja ich auch. Aber man neigt auch gern dazu Dinge und Orte zu glorifizieren. Und vll nehmen andere die Stadt auch wieder ganz anders wahr. In den USA wird aber generell alles sehr gut durch große Namen und Zusätze wie „historic“ (alles was älter als 50 Jahre ist) vermarktet 😀 Ohje für neue Berichte muss ich erst mal wieder wegfahren, mal schauen wo es als Nächstes hingeht.:) Danke für deine lieben Worte, es freut mich riesig dass meine Berichte so gut ankommen.:-*

      Gefällt 1 Person

      1. 😀 Du bist so lieb. Also derzeit bequatsche ich noch meine Eltern dazu, dass mein Papa mit mir im März nach Barcelona fliegt und meine Mama mit nach Bali. Ersteres ist so gut wie durch, mit Bali bin ich noch dran am arbeiten ;D

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  2. Liebe Madeleine,

    Danke für diesen wirklich tollen Reisebericht. Ich bin zum ersten Mal auf deinen Blog gestoßen, nachdem ich in diversen Facebook Gruppen ein bischen gesucht habe nach Blogs, die nicht ganz so abgehobene Reisen vorstellen!
    Nach den Impressionen von Dir, packt mich doch gleich die Reiselust.

    Alles Liebe,
    Thess
    http://koffersets.info/

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  3. Wirklich schöne Bilder 🙂 Die Westküste ist wirklich ein Traum! Ich habe in SF zwar auch die Viertel gesehen, in denen viele Obdachlose waren, aber ich habe das auch in vielen anderen Städten schon in diesem Ausmaß gesehen und fand im Großen und Ganzen, dass SF eine traumhafte Stadt ist. Ich liebe die Mentalität dort, die Freundlichkeit der Menschen, die Offenheit.
    Wir haben uns auch sehr gefreut, als wir einige Wale gesehen haben 🙂 Wie hat dir LA gefallen? Ich war von LA eher enttäuscht leider. :/
    Liebe Grüße
    Walli von http://www.everyonestarling.com

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    1. Danke für deine Gedanken und von der Stadt gebe ich dir absolut recht, die hat wirklich Charme. L.A. enttäuschte uns anfangs auch total, weil man nicht viel von dem erwarteten Glamour vorfindet. Trotzdem finde ich gewöhnt man sich schnell an die Lässigkeit und Freundlichkeit dieser Stadt. Die Favela-ähnlichen Häuschen fand ich furchtbar, aber trotzdem ist die Stadt etwas Besonderes. Im Nachhinein mochte ich L.A. sogar lieber als S.F., weil es entspannter ist von der Stimmung. Ist natürlich nur mein persönliches Empfinden. 🙂

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