Ihr Lieben,

wie ihr ja wisst, waren wir vor Kurzem mit dem Camper in Kanada unterwegs und es klappte soweit auch alles sehr sehr gut. Respekt davor, das erste Mal mit einem Wohnwagen unterwegs zu sein, hatte ich aber dennoch. Wie ist die Grundausstattung in einem Camper, wie viel Platz braucht man, was sollte ich beim ersten Einkauf alles beachten und mitnehmen und vor allem was sollte ich vorher wissen bezüglich Strom und Wasserversorgung? Und wie ist das in den Städten mit dem Camper? Ziemlich viele Fragen, auf die ich euch heute die ein oder andere hoffentlich nützliche Antwort geben kann.

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Abholung und der erste Einkauf

Nach Abholung – und circa einem halbstündigen Video, was im Umgang mit dem Camper zu beachten ist – geht es also für uns von Calgary aus los. Zuvor erhalten wir aber noch 2 extra dazugebuchte Sets aus Töpfen und einer Pfanne sowie aus 2 Decken und 2 Kissen + Bezügen. Und dann geht es erst mal tanken, bitte alles nur kein Diesel. Beim Tanken ist zudem direkt darauf zu achten, dass ihr den Gashahn in dieser Zeit zudreht. Und dann geht es auch schon zum ersten Einkauf. Die Küchensachen sind vollkommen ausreichend, allerdings bin ich ja immer etwas empfindlich mit Bettbezügen und wenn da dann noch Flecken drauf sind… Jedenfalls steht dementsprechend ganz oben auf unserer Einkaufsliste: Bettbezüge. Diese sind für nicht ganz so viel Geld bei Wallmart z.B. zu haben, dort bekommt ihr auch einfach alles. Unsere grobe Einkaufsliste habe ich euch hier mal zusammengeschrieben:

  • Toaster & Wasserkocher (fürs schnellere Kaffee und Tee kochen und für Toasts, Luxus eben)
  • Bettbezüge
  • Föhn (hatte ich leider zu Hause vergessen, auf Campgrounds gibt es allerdings nie Föhne)
  • Spülmittel, Putzmittel, Handschuhe (auch zum Dumpen) & Lappen
  • Kaffee und Tee (+ Kaffeefilter und Kaffeefilterhalter sowie Thermoskanne)
  • Viel Nudeln, Reis, Kartoffeln + Gemüse – geht immer uns ist leicht kombinierbar
  • Sahne, passierte Tomaten, Maggimischung. Eben alles woraus man Soßen zaubern kann
  • Kellogs & Knäckebrot / Toastbrot zum Frühstücken. Dazu Milch und viel Käse.
  • Wasser in rauen Mengen (zum Kochen und zum Trinken) + weitere Getränke
  • Diverse Gewürze wie Salz, Pfeffer, Paprika, Chili und natürlich Öl

Im Camper findet ihr sowohl zwei Gasherdplatten, als auch einen Kühlschrank und eine Gefriertruhe. In sofern könnt ihr beim Einkaufen schon beherzt zugreifen. Der erste Einkauf war natürlich auch der Teuerste, da man erst mal alles neu kaufen muss, was zu Hause selbstverständlich vorhanden ist. Dafür reichte bei uns der erste Einkauf fast eineinhalb Wochen, die danach wurden deutlich günstiger. Auf Fleisch und Gefrorenes haben wir größtenteils verzichtet, da das recht teuer war und die Möglichkeiten ohne Grill doch eher begrenzt sind beim Campen. Wir kamen aber dennoch recht gut über die Runden, ohne zu hungern 😉

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Auswahl des Campgrounds & Stellplatzes

Bei der Auswahl der Campgrounds mussten wir erst mal feststellen, dass unser Camper mit 25 Inch zwar für uns perfekt und schön geräumig war, allerdings nicht alle Campgrounds für diese Größe Stellplätze anbieten. Wir haben damals zuerst uns eine Route mit ungefährer Tagesplanung zurecht gelegt und im Anschluss auf dieser Route nach Campgrounds gesucht und die meisten vorreserviert. Im Sommer und frühen Herbst sind die Campgrounds oft bereits mittags komplett ausgebucht und wir fanden es angenehmer, schon vorher zu wissen wo wir übernachten können. Die beiden schönsten Campgrounds unserer Rundreise waren übrigens der Whistlers Campground im Jasper NP. und der Green Point Campground im Pacific Rim NP. Die Buchungen der Campgrounds haben wir überwiegend über die offizielle Seite abgewickelt (https://reservation.pc.gc.ca/ParksCanada?Map). Dort könnt ihr auch eure Kriterien und Daten eingeben und bekommt angezeigt, wo wann Campgrounds verfügbar sind. Über diese Seite könnt ihr z.B. auch den Shuttle-Bus zum Lake o´Hara vorbuchen, was ich nur wärmstens empfehlen kann – wenn ihr nicht wie wir da steht und keine 11 Km laufen wollt.

Wir haben bei den Campgrounds auch fast immer zusätzlich zu den Bewertungen geschaut, ob Strom und Dumpingstation dabei sind. Lediglich einmal hatten wir keinen Strom, da mussten wir uns die Kameraakkus und alles Weitere etwas besser einteilen. In diesen Fällen solltet ihr frühzeitig schauen, dass ihr davor noch mal alles ladet, dumped, Wasser auffüllt, etc. Unser Camper benötigte einen 30 Amp-Anschluss, da wird dann einfach das Kabel des Campers ganz easy eingesteckt und geladen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der uns so nicht bewusst war: Schaut immer, dass ihr nah an den Duschen einen Stellplatz wählt, wenn ihr vorbucht. Es kann nämlich auch immer mal wieder sein, dass die Duschen schon mal 1 1/2 km weg sind von eurem Platz und der Campground nur eine Dusche hat. Das ist abends dann schon angenehm durch den Wald zu den Duschen zu laufen. Die meisten Campgrounds aber waren nicht soo riesig, sodass wir von überall schnell bei den Duschen waren.

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Weiteres nützliches Wissen:

Wie voll eure Wasser- und Abwassertanks sind und wie viel Gas ihr noch habt, könnt ihr an der Testanzeige im Inneren des Campers abfragen. Muss Gas nachgefüllt werden, geht einfach in eine Tankstelle mit Gasstation und sagt dort Bescheid. Gas alleine auffüllen geht nicht. Die Tankstelle schickt dann jemanden raus, der euch hilft. Wie gesagt, beim Tanken selbst ist das Gas immer abzudrehen, danach aber auch wieder ans Aufdrehen denken. Dumpen könnt ihr euren Camper an der Dumpingstation, die die meisten Campgrounds haben. Dazu einfach das blaue Rohr rausziehen und in das Bodenloch legen. Dann hintereinander die Ventile ziehen und das Abwasser raus lassen. Schaut zudem, dass ihr bei jeder Gelegenheit Wasser nachfüllt an diesen Stationen, ihr braucht schließlich auch einiges Wasser. Dazu wird einfach die Wasserklappe abgeschraubt und der Schlauch eingelegt, bis der Tank wieder voll ist. Wenn ihr Aufenthalte in den Städten wie Vancouver oder Calgary plant, bietet es sich an entweder einen Campground in der Stadt zu buchen – in Vancouver ist der einzige stadtnahe Campground der Capilano River RV Park, nicht sonderlich hübsch, recht teuer aber man kommt fußläufig oder mit dem Fahrrad in die Stadt und zu allen Einkaufsmöglichkeiten – oder man ist darauf angewiesen, nahe der Stadt einen Campground zu buchen und per Shuttle, öffentlichem Verkehrsmittel etc. reinzukommen. Ich muss gestehen, hier haben wir nicht so viele Erfahrungen sammeln können/ müssen, ich würde euch aber gerne mehr dazu sagen können. Naja es ist eigentlich alles halb so schwer wie es klingt und am Ende hat das Ganze noch jeder irgendwie hinbekommen. In diesem Sinne: Frohes Campen.

 

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