Weil so viele danach gefragt haben… Nein, Spaß, es hat niemand danach gefragt und trotzdem ist es glaube ich ein Thema, das interessant für euch sein könnte und viele von euch / uns beschäftigt. Im letzten Lifestyle-Beitrag hatte ich euch ja schon einige Tipps gegeben, wie ihr lange glücklich in eurer Beziehung bleibt und dabei hatte ich unter anderem auch auf die Sache mit dem Delegieren hingewiesen. Und genau darum geht es heute. Wie komme ich mit Stress klar und wie schütze ich mich und meine Beziehung vor Frustration und gegenseitigen Anschuldigungen, wie vermeide ich einen sogenannten Mental Load?

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Gerade wenn die erste gemeinsame Wohnung mit dem Partner bezogen ist und die erste Verliebtheit mehr und mehr Alltag geworden ist. Eure Wohnung will geputzt werden, die Einkäufe erledigt und die Wäsche gewaschen werden. Dazwischen wollt ihr noch schön und sexy für euren Liebsten sein und euch nicht gehen lassen. Ihr müsst auf der Arbeit 100 % bringen und eigentlich wollt ihr auch euren Körper in Form halten und euch gesund ernähren. Und das sind nur die Dinge, die anfallen, wenn ihr noch keine Familie gegründet habt. Und hinter all dem das Gefühl, dass euer Tag nie so viele Stunden haben kann, wie Aufgaben auf euch warten. Ihr fühlt euch allein gelassen vor einem riesigen Berg von Erwartungen an euch selbst. Und dann ist ein Mental Load geradezu vorprogammiert.

Inspiriert wurde ich übrigens durch diesen Artikel zum Thema Überlastung auf Welt.de, weil ich die Thematik Mental Load viel zu gut kenne und mich viele Jahre damit selbst „rumschlagen“ musste.

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Ich kenne das von früher, als das alles so noch gar nicht lief und funktionierte und ich nur noch frustriert und wütend nach Hause kam, mich fühlte wie eine Putzfrau und Kindermädchen und völlig meinen Fokus aus den Augen verlor. Und ich kenne es auch jetzt manchmal noch, da ich es etwas besser im Griff habe. Aber dafür waren einige Erkenntnisse notwendig, an denen ich jeden Tag arbeite. Das ist der zugegeben ziemlich lange Ausgangstext für einige „einfache“ Tipps dazu:

Putzen ist nicht Alles!

Natürlich ist mir Sauberkeit und Ordnung wichtig, um besser zur Ruhe kommen zu können. Eine gewisse Grundordnung versuche ich daher eigentlich immer zu halten. Aber früher habe ich mich viel zu verrückt gemacht. Damit dass egal wie sauber es eigentlich noch ist, einmal die Woche geputzt werden muss. Aber wie im letzten Beitrag erwähnt: Die saubere Wohnung wird danach auch wieder dreckig, sie macht euch nicht glücklicher aber raubt euch die Zeit, die ihr mit eurem Liebsten genießen könntet. Was bringt die sauberste Wohnung, wenn ihr alleine darin lebt, in eurem eigenen sterilen Paradies? Also: Die Wohnung mal 10 Tage nicht nass zu wischen, sondern vielleicht nur mal kurz das WC zu reinigen, zwischendurch mal durchzusaugen, das wirkt sich nicht wirklich aus. Einige Tage später ist auch noch absolut ok und normal. Entspannt etwas mehr und akzeptiert, dass euer Glück nicht von komplett sterilen Räumen abhängt. Es ist nur eine Wohnung und es ist nur ein bisschen Staub. Der ist morgen auch noch da, versprochen!

Prioritäten abstecken – wann mache ich was

Übergreifend dazu lohnt es sich, Prioritäten zu setzen. Eine Liste mit allen To Dos anzulegen, die euch einfallen und diese bei Bedarf zu ergänzen. Und dann teilt ihr ein nach Wichtigkeit. Funktioniert perfekt für die Arbeit und für zu Hause. Ich organisiere mittlerweile tatsächlich fast alles in Listen, da ich sehr vergesslich bin und mich verrenne und am Ende gar nichts schaffe, weil in meinem Kopf nur noch ein großer Berg Chaos und Aufgaben ist, die ich gefühlt nie bewältigen kann. Macht Listen und ordnet den Aufgaben konkrete Tage zu. Manche Termine haben noch länger Zeit, manche Aufgaben sind eigentlich absolut unnötig. Plant euch ruhigere Tage ein und Tage, an denen ihr vielleicht mehrere Aufgaben verbinden könnt. Aber versucht nie, alles auf einmal zu machen. Für „Langzeitaufgaben“ (z.B. mal wieder den Keller aufräumen) mache ich mir immer entweder Wiedervorlagen im Handy oder Einträge im Terminplaner.

Delegieren lernen / Kommunikation!

Aber manchmal, da fühle ich mich trotzdem erschlagen von all den To Do´s, von all den Dingen, an die ich denken „muss“. Aber muss ich das wirklich? Oder denke ich nur, dass es ich muss? Oft tun wir Dinge, weil wir wissen, dass sie gemacht werden müssen. Ohne uns dessen dabei bewusst zu sein, dass sie nicht zwingend komplett alle von uns erledigt werden müssen. Auch falls euer Partner vielleicht nicht immer an alles denkt, was ihr unausgesprochenerweise von ihm und euch erwartet, heißt das nicht, dass ihr es erledigen müsst. Manchmal stört Männer das Chaos nur etwas später als euch und manchmal fällt es ihnen leichter, den Hausputz auch mal gut sein zu lassen und sich nach der Arbeit zu entspannen. Und das ist auch richtig und wichtig und weniger aufreibend, als das was wir oft tun. Aber euer Partner wird – zumindest in den meisten Fällen – nicht denken: Soll die mal machen! Er kann eben nur nicht in euren Kopf gucken, was ihr da von ihm erwartet und verarbeitet. Also redet mit ihm. Bittet ihn darum, euch Aufgaben abzunehmen. Ihr müsst nur bereit sein, Hilfe anzufordern und anzunehmen. Euer Liebster kann nicht wissen was ihr erwartet und ist dann dementsprechend perplex, wenn ihr irgendwann – für ihn – grundlos ausrastet. Zudem müsst ihr eurem Partner – ich arbeite da auch noch dran – auch „zutrauen“ selbst mitzudenken. Wir sind alle erwachsen und manchmal denken wir, wir müssten alles selbst organisieren – auch weil wir es vielleicht noch von früher kennen – müssen es aber gar nicht. Und manchmal hilft es auch, die Familie zu fragen. Wenn es um Kinderbetreuung, um Fenster putzen oder darum geht, ein paar Besorgungen zu machen. Das Wichtigste ist: Ihr müsst gar nicht alles alleine stemmen und das erwartet niemand von euch außer ihr selbst.

Hinterfragt eure Gründe und sprecht euch ab

… für den Druck und Anspruch, den ihr an euch selbst habt. Macht ihr die Sachen gerne, weil es euch wertvolle Zeit spart, die ihr sinnvoll und schön nutzen könnt? Dann ist das sicher auch sinnvoll und okay für euch. Erledigt ihr Dinge, um eurem Liebsten das „Leben zu erleichtern“, z.B. indem ihr schon mal Essen vorbereitet, wenn ER später von der Arbeit kommt? Dann wird euch das sicher auch nichts ausmachen, weil man das eben gerne für die Person die man liebt macht. Oder wollt ihr lediglich Anerkennung haben, nach dem Motto: Ich habe das und das gemacht, jetzt muss mir mein Partner aber dankbar sein? Dann werdet ihr immer enttäuscht sein. Tut Dinge, weil ihr sie gerne tut oder weil sie fair verteilt wurden, aber nicht, weil ihr Erwartungshaltungen daran verknüpft.

Und da wären wir beim letzten Punkt: Habt ihr einen Partner, der vielleicht selbst manchmal ein wenig träge in Sachen Mithilfe und Aufgabenverteilung habt, macht die Dinge eben zusammen. Nehmt euch z.B. eine Stunde, in der jeder 2 Räume übernimmt, mit allem was dazu gehört. So hat keiner von euch das Gefühl, der andere mache weniger oder nichts in der Zeit und ihr seid beide ruckzuck fertig mit dem Haushalt, ohne dass ihr oder der andere sich allein gelassen fühlt.

Und das sind nur einige wenige Tipps, um einem Mental Load vorzubeugen. Habt ihr weitere Anregungen? Immer her damit!

 

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