Ihr Lieben,

meine Mama hat oft gesagt, ich wäre perfektionistisch. Bin ich aber ganz und gar nicht. Irgendwas übersehe ich immer. Einen Fleck auf meinen Schuhen, abgeplatzten Nagellack oder ich verpeile mal wieder meine Sachen zu bügeln, bevor ich sie shoote. Ich bin nicht perfektionistisch und vor allem möchte ich nicht auf Biegen und Brechen Fake sein. Mir sämtliche Hautunebenheiten aus dem Gesicht retuschieren, damit ich ja ewig jung aussehe und nicht wie die tatsächlichen 28 Jahre, die ich mittlerweile hinter mir habe.

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Jeder sollte tun, womit er sich wohlfühlt. Auch ich kann nicht ausschließen, dass ich mir vielleicht irgendwann mal Hyaluron in meine tiefer werdenden Augenfalten knallen lasse z.B. Aber solange ich mit mir und meinen Fältchen noch gut und gerne leben kann, lasse ich das. Und so sehr ich alle Meinungen und Entscheidungen toleriere, finde ich doch traurig, wie viele Mädels – viel jünger als ich – schon regelmäßig zum Beauty Doc gehen. Einen gesunden Lebensstil und Selbstliebe predigen und sich dann ihre Lippen aufspritzen lassen, ihre Brüste vergrößern lassen, das Gesicht botoxen lassen. Alles für eine ewige Jugend, für immer 18. Sich runterhungern und gleichzeitig Vielfalt und Bodypositivity feiern. Aber ich verstehe natürlich auch den Druck, der dahinter steht. Gerade wenn man bedenkt, dass viele Influencer genau in meinem Alter sind. Denn außer vielen tollen Worten und vielen tollen Hashtags hat sich eben doch nicht so viel zum Schönheitsideal von früher verändert. Jetzt nennt man es „Fit / healthy“, aber im Endeffekt befinden sich viele an einem schmalen Grad zur Magersucht und sehen doch nicht sehr viel anders aus, als die Generation Models vor ihnen.

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Blogs und Instagram waren mal Portale für mehr Alltag, für die normalen Mädchen mit normalen Figuren und ihren täglichen Alltagsoutfits, die man bei H&M um die Ecke kaufen konnte. Das hat sich verändert. Und auch Influencer werden nicht jünger und haben mit ersten „Verfallserscheinungen“ zu kämpfen, aber auf sie werden eben jeden Tag tausend kritische Blicke geworden. Wir wollen mehr Realität und Ehrlichkeit, mehr Nahbarkeit auf Instagram, feiern aber dann doch das Perfekte, retuschierte Leben. Mach ich genauso. Und wundere mich, warum alle anderen 28-jährigen keine Lachfalten haben. Vielleicht lachen sie auch einfach weniger. Aber an den Lachfalten ändert auch kein Rosenquarz-Roller dieser Welt etwas.

Wie ist eure Meinung dazu?

 

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