Ihr Lieben,

als Rico und ich uns kennen lernten, haben wir schon extrem viel über so ziemlich alles gesprochen, was uns wichtig ist. Unter anderem über das Reisen. Aber es dauerte dann doch noch mal 3 Jahre, bis wir unseren gemeinsamen Plan für eine Hundeschlittentour durch Lappland in die Tat umsetzten. Und auch nach Buchung immer mal wieder der Gedanke: Oha, war das die richtige Entscheidung? Kommen wir mit den extremen Kältebedingungen in Lappland zurecht? Wollen wir wirklich freiwillig in unserem Urlaub nachts in Zelten in der Wildnis schlafen und Wasser aus dem zugefrorenen See holen? Aber die Antwort war immer: Ja verdammt! Was gibt es hin und wieder Besseres, als einfach mal aus der bequemen Komfortzone rauszukommen, den Hintern vom Sofa zu kriegen und sich einfach mal was zu trauen? Um dann mit einem wahnsinns Erlebnis belohnt zu werden. Aber der Reihe nach… (*Werbung da Namensverlinkung – Reise komplett selbst bezahlt. Als ob mich jemand für so ein Abenteuer auch noch bezahlen würde).

Gebucht hatten wir unsere Jack London Hundeschlittentour über den Hamburger Anbieter Heyhusky. Dieser Veranstalter ist auf Hundeschlittentouren und Skandinavien spezialisiert und war zu jeder Zeit ein super zuverlässiger Partner vor Ort. Die Anbieter in Schweden widerum werden wohl auch regelmäßig „aussortiert“ und so waren wir auch einfach nur super zufrieden über die warmherzige Gastfreundlichkeit vom Kennel von Mats Pettersson. Von unserem Guide Michael wurden wir am Flughafen Sonntagabends abgeholt und zur Lodge – ähnlich den Gästehäusern in Island und mit Sauna – gebracht, wo jedes Paar ein eigenes Zimmer und erst mal Abendessen bekam. Wahlweise kann man auch gegen Aufpreis den Arctic Dome oder das Mongolian Yurt zum Übernachten auswählen. Abends werden dann die ersten Pläne und Erwartungen besprochen und dann sollte es auch am nächsten Tag schon losgehen.

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Tag 1 – Trainingstag und Übernachtung in der Lodge

Der erste Tag beginnt entspannt mit Frühstück und dem Kennenlernen der restlichen Teilnehmer. Anschließend dürfen wir noch die zuckersüßen Welpen knuddeln und  dann geht es auch schon das erste Mal auf den Schlitten. Wir mussten uns immer zu zweit einen Schlitten mit 6 Hunden teilen und waren dann mehrere Stunden unterwegs zum Üben, immer im Wechsel, damit jeder ein Gefühl für den Schlitten und die Bremse bekommt. Und jeder mal den Berg hoch kräftig schieben darf. Es kann also echt anstrengend werden. Das Gute ist: Kleidung wie Overalls, dicke Jacken und Schneeboots bekommen wir gestellt. Das macht es leichter für alle, die das Gefühl haben, zu dünne Sachen eingepackt zu haben. Am Abend lassen wir es uns in der neu gebauten Sauna gut gehen und genießen die Wärme ein letztes Mal, bevor es am nächsten Tag raus in die Wildnis geht. Die gute Nachricht des Abends: Keiner ist umgefallen, jeder darf also einen eigenen Schlitten haben.

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Tag 2 – Raus in die Wildnis. Und ins Zelt

Nachdem die Vorräte und Rucksäcke für draußen gepackt sind, bekommt jeder von uns seinen Schlitten, samt 4 Hunden, für die jeder von uns ab jetzt verantwortlich ist. Mit im Rucksack: Ein Handtuch, Wechselunterwäsche und Socken, Knabberzeug, ein Badezimmerbeutel mit Zahnpasta und Zahnbürste und Creme sowie Deo. Duschen gibt es draußen nicht. Und dann muss jeder noch etwas vom Abendessen für Mensch oder Hund einpacken. Ich wundere mich ein wenig, wie teilweise so schlanke kleine Hunde mich tragen sollen, aber sie tun es erstaunlich schnell und ausdauernd, sodass ich eigentlich mehr auf der Bremse stehe, anstatt zu schieben. Trotzdem würde ich am liebsten den ein oder anderen meiner Hunde am liebsten in den Schlitten packen, ihm mehr zu essen geben und selbst ziehen. Ich bin zu verweichlicht 😀 Dementsprechend blöd fand mein einer Hund die von mir gut gemeinte Idee, ihn nachts mit rein zu nehmen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Übernachtet wird jedenfalls im Zelt, mit kleinem Ofen, welcher nie – und ich wiederhole: nie! – ausgehen sollte. Bei uns passierte das leider irgendwann und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal zuvor vor lauter Kälte nicht mehr schlafen konnte. Aber zuerst musste noch Wasser geholt und die Hunde versorgt werden. Am Abend warten dafür dann Spaghetti Carbonara auf uns, nur zubereitet mit einem Topf, einer Pfanne und eben besagtem kleinem Ofen. Ich muss gestehen, ich bin sehr beeindruckt von den Skills unseres Guides. Und ein bisschen stolz auf uns. Die Nacht jedenfalls wird auf Feldbetten verbracht, von welchen 4 Stück in ein Zelt passen. Im Camp selbst lagern bereits die Schlafsäcke in Plastikfolie, welche uns nachts warmhalten sollen. Naja was soll ich sagen, man wird wenig wählerisch, wenn man es einfach nur warm haben und schlafen möchte und so als Abenteuer gefällt uns das dann auch ziemlich gut. Also wenn ich das hinkriege mit meiner „das Hotelbett muss definitiv weiße Bettwäsche haben, sonst schlafe ich darin nicht“-Phobie, dann kann das so ziemlich jeder.

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Tag 3 – 40 km Fahrtstrecke und eine Hütte im Wald

Der nächste Tag wird dann noch mal etwas anstrengender und fordernder für uns alle, allerdings klart sich auch das Wetter, sodass wir eine wunderschöne Schneelandschaft vor uns finden, durch deren Bäume immer wieder sanft die Sonne durchfällt. Selten habe ich was so schönes gesehen. Und kameratechnisch festhalten ging gar nicht. 40 km liegen vor uns. Und eine recht späte Lunchpause im Lavuu-Zelt mit gegrilltem Rentierfleisch und Brot. Überhaupt gibt es ziemlich viel Rentier, muss man halt mögen. Mir persönlich war es etwas zu streng, aber für den Fall hatte unser Guide zum Glück auch immer Alternativen dabei. Die Nacht – in dieser Nacht sind es immerhin Minus 20 Grad — dürfen wir dann in einer Blockhütte ohne Strom aber mit Sauna verbringen. Und fühlten uns luxuriös wie selten, einfach nur auf richtigen Betten zu schlafen, gut isoliert und mit leckerem Abendessen versorgt.

Naja und dann heißt es am nächsten Morgen auch schon wieder: Zurück zur Lodge fahren, noch mal Duschen, essen und wieder nach Hause fliegen. So ging unser Abenteuer dann unheimlich schnell vorbei, allerdings waren es auch so spannende schöne intensive Tage, dass wir jetzt noch super gerne daran denken.

Wem so eine Reise zu viel Abenteuer und Wildnis ist, dem empfehle ich übrigens eine der Reisen, welche z.B. Rentierschlittenfahren, Samidorf besuchen und Hundeschlitten fahren mixt. Dabei ist man meist im selben Hotel immer untergebracht und kann auch schon eine Menge sehen und erleben, nur eben mit mehr Komfort.

Und wenn ihr weitere Tipps oder Erfahrungen haben wollt, schreibt mir einfach.

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